Über kaum etwas spreche ich in meiner Arbeit so oft — und kaum etwas überrascht so sehr: Über deine Augen erreichst du dein Nervensystem schneller als über fast jeden anderen Weg. Das ist der Kern dessen, was Neuro Qi Gong nach Güngör Önder® von klassischem Qi Gong unterscheidet.
Warum die Augen dein Nervensystem erreichen
Deine Augen sind kein isoliertes Sinnesorgan — sie sind eng mit dem Gehirn und dem vegetativen Nervensystem verdrahtet. Wie du schaust, verrät deinem Gehirn, in welchem Zustand du bist:
- Ein enger, starrer, fixierender Blick gehört zum Alarmmodus. Wenn wir Gefahr wittern, verengt sich das Sehen wie ein Tunnel.
- Ein weiter, weicher Blick, der ruhig schweifen darf, signalisiert Sicherheit — „hier ist Raum, keine Enge".
Das Spannende: Das funktioniert auch umgekehrt. Du kannst bewusst weit und ruhig schauen — und gibst deinem Gehirn damit das Signal zur Entwarnung. Die Augen sind also nicht nur ein Spiegel deines Zustands, sondern ein Schalter, den du selbst bedienen kannst.
Der Kerngedanke
Du musst dich nicht erst beruhigen, um ruhig zu schauen. Du kannst ruhig schauen — und dich darüber beruhigen.
3 Augenübungen zum Sofort-Ausprobieren
Übung 1
Der weite Blick (Panoramablick)
Übung 2
In die Ferne schweifen
Übung 3
Warme Hände auf die Augen (Palmieren)
Besonders wichtig bei Bildschirmarbeit
Wenn du viel am Bildschirm arbeitest, sind deine Augen stundenlang auf eine nahe, feste Entfernung fixiert — genau der enge Blick, der zum Anspannungsmodus gehört. Kein Wunder, dass viele Schreibtisch-Frauen abends „oben wach, unten abgemeldet" sind.
Die einfachste Gegenmaßnahme: Schau regelmäßig in die Ferne. Eine bekannte Faustregel empfiehlt, alle 20 Minuten für etwa 20 Sekunden etwas weit Entferntes anzusehen. Dein Nervensystem dankt es dir. Mehr Mini-Übungen für den Schreibtisch findest du in meinem Beitrag über Regulation im Alltag.
Häufige Fragen
Helfen Augenübungen wirklich gegen Stress?
Sie sind kein Wundermittel, aber ein überraschend direkter Zugang. Weil die Augen eng mit dem Nervensystem verbunden sind, wirkt ein ruhiger, weiter Blick beruhigend — viele spüren das sofort.
Gibt es Augenübungen gegen innere Unruhe?
Ja. Besonders der weite Panoramablick (Übung 1) eignet sich bei akuter Unruhe, weil er den Tunnelblick des Alarmmodus auflöst.
Wie oft sollte ich die Übungen machen?
Mehrmals täglich kurz ist besser als selten lang — gerade bei Bildschirmarbeit. Koppel sie an feste Punkte wie Pausen oder Telefonate.
Der Augen-Zugang ist mein Herzstück
Gezielt mit den Augen zu arbeiten ist das, was Neuro Qi Gong nach Güngör Önder® ausmacht. Wenn du neugierig bist, wie sich das in Bewegung anfühlt, lass uns kennenlernen — vor Ort oder online.